Improvisation

Improvisation erfordert Risikobereitschaft, lehrt Musiker:innen, Verantwortung für das musikalische Geschehen zu übernehmen und schult den Umgang mit Freiheit. Deshalb ist sie integraler Bestandteil der Musikstudien an der ZHdK.


Improvisationsangebote

Improvisation gehört im musikalischen Umfeld zum Tagesgeschäft und ist integraler Bestandteil des Musikstudiums an der ZHdK. Sie öffnet die Sinne, bildet umfassend das Gehör, erhöht Kommunikationsfähigkeit, Auftrittskompetenz und Flexibilität und verfeinert die Wahrnehmung. Einer integrierten Kunsthochschule bietet sie die Möglichkeit, sparten- und profilübergreifende Vernetzung lustvoll zu zelebrieren. 
→ Entsprechend zahlreich und vielfältig sind die Modulangebote im Vorlesungsverzeichnis.
→ Der ZHdK-eigene Kunstapparat Mehrspur bietet mit Spurfrei ein allen offenes Veranstaltungsformat für freie Improvisation an.

Zett-Artikel Musizieren ohne Netz und doppelten Boden


Improvisation in den Profilen

Interpretation & Performance
Gruppenimprovisation hat an der ZHdK Musik und ihren Vorgängerinstitutionen eine europaweit einzigartig lange Tradition: In der «Klassik» wird sie seit über 40 Jahren als Pflichtfach unterrichtet. Denn spezialisierte Instrumentalist:innen profitieren enorm von der Beschäftigung mit Improvisation: Spielerischer Zugang zum eigenen Instrument und angstfreies Musizieren; erweitertertes Hören und ästhetische Öffnung; Zugang zur Zeitgenössischen Musik; Förderung der individuellen Sprache und Schärfung des künstlerischen Profils; höhere Bühnenpräsenz und gewachsenes Verantwortungsbewusstsein für das musikalische Geschehen. Diese Erfahrungen kommen auch der Interpretation notierter Musik zugute, und das erweiterte Hören verfeinert die Qualität des Zusammenspiels im Ensemble.
→ Alle Instrumental-Studierenden im ersten Bachelor-Jahr: The Art of the Unexpected
→ Wahlmodul ab 2. Bachelor-Jahr und in den Master-Programmen: Advanced Impro Pool 
→ Wahlmodul im Anschluss an den Advanced Impro Pool: Improvisationsensemble Specialised
→ Wahlmodul für Melodieinstrumente und Gesang: Historische Improvisation
→ Variantfach für Master Music Performance-Studierende: Improvisation
→ Alle Improvisationsmodule: Vorlesungsverzeichnis


Jazz und Pop
Jazz
Improvisation ist das definierende Element in allen Strömungen des Jazz, die improvisatorische Haltung die eigentliche Kernkompetenz von Jazzmusiker:innen. Diese geht über improvisierte Melodien, Rhythmen, Formen etc. hinaus. Sie umfasst auch die Interaktion der Menschen in einem Raum und die Interpretation komponierter Musik. Im Zentrum steht das Hervortreten sowie die persönliche Entwicklung und Entfaltung des Individuums in der Musik: Ein einzigartiger musikalischer Moment entsteht aus dem komplexen Spiel der improvisierenden Menschen vor und während des eigentlichen Musizierens. Mit dieser Haltung wird im Profil Jazz und Pop auch gelernt, gelehrt und geforscht.
→ Bachelor-Studierende Jazz: Improvisation und Repertoire Jazz
→ Bachelor-Studierende Jazz: Play What You Hear / Freie Improvisation
→ Bachelor-Studierende Jazz: Sections: Rhythm / Horn / Vocal Jazz
→ Bachelor-Studierende Jazz: Harmonielehre Jazz

Pop
Auch im Kontext verschiedener Pop-Stile spielt Improvisation eine wichtige Rolle: spontane oder geplante Solopassagen während einer Performance,  Komponieren und Ausproduzieren neuer Songs, Jam Sessions. Trotz des «Design»-Anspruchs des Pop sind einzelne Instrumentalstimmen und Gesangspassagen oft nicht durchkomponiert – musikalischer Inhalt, Groove und Sound-Ästhetik entstehen in Proben oder Recordingsessions immer wieder spontan. Popmusiker:innen müssen also in der Lage sein, zeitnah verschiedene Begleitalternativen und Soli zu entwickeln und zu realisieren. Dies stellt in der performativen und musikpädagogischen Arbeit an Schulen gleichzeitig Ziel, Inhalt und Methode dar. Die sich daraus ergebenden «Parts» werden ab diesem Moment fixer Teil eines Arrangements und begründen in manchen Fällen gar ein Urheberrecht. Schlussendlich werden sie vom Publikum und von den Musizierenden just so erwartet und in Konzerten reproduziert.  
→ Bachelor-Studierende Pop: Pop-Styles Workshop
→ Bachelor-Studierende Pop: Pop-History Workshop
→ Bachelor-Studierende Pop: Sections: Rhythm/Vocal Pop
→ Bachelor-Studierende Pop: Harmonielehre Pop

Jazz und Pop
→ Alle Studierenden: Wahlworkshops 
→ Wahlmodul im Anschluss an den Advanced Impro Pool: Improvisationsensemble Specialised
→ Gesangsstudierende: Pure Voice Experience
→ Alle Improvisationsmodule: Vorlesungsverzeichnis


Kirchenmusik
Improvisation hat insbesondere im Orgelspiel eine Jahrhunderte alte Tradition. Und so geniessen Orgelstudierende im Bachelor und im Master jeweils vier Semester Einzelunterricht in Improvisation, die auch Bestandteil der Weiterbildungsangebote im DAS Kirchenmusik Orgel ist. Ziel ist der kreative und situationsgerechte Einsatz verschiedenster Formen der freien und choralgebundenen Orgelimprovisation im gottesdienstlichen Kontext – eine Fähigkeit, die heute auch im kirchlichen Berufsbild mehr und mehr gefragt ist. Der Improvisationsunterricht wird durch die beiden Hauptfachdozenten erteilt, wobei er bewusst nicht bei derselben Lehrperson wie das Hauptfach besucht wird.
Im Major Chorleitung werden ebenfalls Formen der chorischen (Gruppen-)Improvisation vermittelt und gelegentlich in die Vesper-Auftritte der Kantorei ZHdK eingebaut.
Abgeleitet aus den Bedürfnissen der entsprechenden Kirchenpraxis – Gottesdienste mit Popularmusik, Gospelkonzerte, Einsingübungen etc. – ist für alle Kirchenmusikstudierenden das Erlernen improvisierter, idiomatisch gebundener Begleitmodelle aus Sacro-Pop, Jazz und Latin Bestandteil ihres individuellen Klavierunterrichts.
→ Pflichtmodul im Bachelor Orgel: Orgel-Improvisation / Liturgisches Orgelspiel
→ Pflichtmodul im Master Performance Orgel: Orgel-Improvisation / Liturgisches Orgelspiel
→ Pflichtmodul im Master Performance Orgel: Berufspraktisches Klavierspiel (Klassik, Jazz, Pop) 
→ Pflichtmodul im Master Specialized Performance Orgel: Orgel-Improvisation
→ Alle Improvisationsmodule: Vorlesungsverzeichnis


Komposition / Theorie / Sound Design / Tonmeister:in
Unter Einbezug von Stimme, Instrumenten, Alternativinstrumenten und Elektronik sensibilisiert Improvisation für kommunikative Strategien und Energieverläufe. Und sie fördert die Fähigkeit, musikalische Verläufe spontan zu gestalten sowie Energien und Materialien aller Art konstruktiv einzusetzen.
Improvisation wird u.a. in diesen Modulen angeboten:
Improvisations- und Performancekonzepte
Elektroakustische Improvisation 
Interaktion von Instrument und Live-Elektronik
→ Alle Improvisationsmodule: Vorlesungsverzeichnis


Musikpädagogik
Für Lehrkräfte sind improvisatorische Fähigkeiten besonders wertvoll, weshalb Pädagogik-Studierende vermehrt in Improvisationsmodulen anzutreffen sind. Das Profil bietet zudem Vermittlung von Improvisation im Unterricht an.
Insbesondere in den Studienangeboten Musik und Bewegung und Schulmusik kommt der Improvisation eine besondere und zentrale Rolle zu. Das experimentelle Agieren mit Stimme, Bewegung, einem breitgefächerten Instrumentarium und diversen Materialien führt über einen strukturierenden Prozess zu Gestaltungen, die von improvisatorischen Elementen durchdrungen sind. Besondere Bedeutung erhält dabei die Kontextualisierung methodischer Vorgehensweisen mit einer klaren ästhetischen Vorstellung. Zudem erforder der Umgang mit Kontingenz ein professionalisiertes improvisatorisches Handwerk in der Unterrichtsplanung. Das Verständnis von Improvisation wirkt in alle Bereiche der künstlerisch-pädagogischen Arbeit hinein und bildet eine der Grundlagen in der Inszenierung musik- und bewegungsbezogener Lehr- und Lernprozesse.
→ Modulangebot aus Musik und Bewegung / Schulmusik: Improvisation Musik
→ Modul im Master Music Pedagogy: Vermittlung von Improvisation im Unterricht
→ Modul im Bachelor Schulmusik: Praxistransfer Kollektives Musizieren
→ Alle Improvisationsmodule: Vorlesungsverzeichnis


Improvisation in der Vor- und Weiterbildung

PreCollege Musik
Offen für alle Profile bietet das PreCollege Musik der ZHdK das Modul Improvisation in kleinen Gruppen an. Der Fokus liegt einerseits in der Entwicklung eines «musikalisch-kreativen Äusserungsprozesses»: im Moment eine Aussage auf dem eigenen Instrument zu präsentieren, im Spiel/Gesang weiterzuentwickeln, zu schärfen und zu formen. Andererseits fördert das gleichzeitige Mithören, Spielen und Reagieren auf die Mitspieler:innen im Ensemble musikalische Kommunikationsfähigkeit, Rhetorik und Diskussionsfreude. Im Angebot stehen freiimprovisatorische Ansätze sowie Improvisation im Jazz/Pop-Bereich.  
Modul Improvisation

Weiterbildung
→ CAS Creation & Scenario in Music
→ Baustein «Play Your Own Thing! – Freie Improvisation als Künstlerische Praxis»
→ Baustein «Voice-Lab»


Arbeitsgruppe Improvisation

Die Arbeitsgruppe Improvisation mit über zwanzig Musikdozierenden bietet Raum für inhaltlichen, pädagogischen, künstlerischen und hochschulpolitischen Austausch. Auf der Bühne pflegen die Mitglieder den musikalischen Dialog in unterschiedlichsten Formationen. 


Mitglieder der AG Improvisation im Konzert (2023, 2024)


Kooperationen

→ METRIC – Modernizing European Higher Music Education through Improvisation
→ unerhört! – ein Zürcher Jazzfestival
→ Sonic Matter – Plattform für experimentelle Musik


Impressionen

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