Die Geschichte der Kunst kennt zahlreiche Beispiele von Regeln, die sich auf mathematische Formeln reduzieren lassen, so etwa in der Lehre der harmonischen Proportionen. Teils wurden solche Regeln in historischen Werken «erkannt»; teils dienten sie den Künstler:innen als selbstauferlegte Grundlagen für die Gestaltung ihrer Werke. In den Zeiten der Pandemie wurden die nationalen Schutzkonzepte zwangsläufig zu extrinsischen Regelwerken für die Künste: Sicherheitsabstände, Publikumsbeschränkungen, Hygienemassnahmen. Was also macht Kunst in Zeiten der Pandemie aus? Was hat die Pandemie aus der Kunst und aus dem Kunstbetrieb gemacht?
Die Einschränkungen der Corona-Zeit waren für Kunstschaffende und für den Kunstbetrieb natürlich in erster Linie verheerend. Aber sofort haben sich zeitgenössische Künstler:innen die neue Situation auch kreativ zu eigen gemacht. Im Studiengang Contemporary Dance an der ZHdK etwa beschäftigte man sich mit der Frage «Wie geht tanzen auf Distanz?», die Konzerte im Studiengang Musik fanden als Livestreams statt, und für die Diplomausstellung 2021 nutzten Studierende im Studiengang Bühnenbild den Stadtraum für ihre Arbeiten.
Auch inhaltlich war die Pandemie ein grosses Thema für Künstler:innen an der ZHdK, so in dem Abschlussprojekt «Corona – Zeit für Pausen», oder im Tanzvideo «Antiviral», das den Jahresbericht der Hochschule illustriert.