In dieser Lesegruppe werden die Schnittstellen zwischen mystischer Erfahrung und (anti-)faschistischen Tendenzen im frühen 20. Jahrhundert untersucht, basierend auf den Schriften von Simone Weil, Gustav Landauer, Roger Caillois und Georges Bataille. Ziel ist es, die verschiedenen Dimensionen mystischer Erfahrung — ästhetisch, epistemologisch und ethisch — zu verstehen und danach zu fragen, wie diese Erfahrungen politisch vereinnahmt wurden oder in eine politische Logik eingebunden werden konnten, die mit faschistischen Ideologien resoniert und /oder gegen diese ins Feld geführt werden können.
In den ersten beiden Sitzungen werden wir uns mit den grundlegenden Eigenschaften mystischer Erfahrungen befassen. Dabei wird ein besonderer Fokus auf die ästhetische Dimension der Mystik gelegt, die in ihrer Grenzüberschreitung und ihren Intensitäten die Verbindung zwischen Subjektivität und Kosmos beleuchtet. In den nächsten beiden Sitzung wird der Blick auf die politische Dimension gelenkt, um zu verstehen, wie mystische Erfahrungen und die damit verbundenen Entgrenzungen die Grundlage für politisches Denken und Handeln beeinflussten.
Diese Lesegruppe wird dazu beitragen, ein tieferes Verständnis für die problematischen und oft ambivalenten Verhältnisse zwischen mystischen Erfahrungen und politischen Strukturen zu entwickeln und einen kritischen Blick auf die spezifischen Risiken und Potenziale solcher philosophischen Denkansätze in einer Zeit des politischen Umbruchs zu werfen.