In der postmigrantischen Schweiz sind Zugänge zu und Teilhabe an Institutionen noch immer sehr ungleich verteilt. Das Projekt «Recht auf Wir» (2022–2025) thematisiert sozialen Ein- und Ausschluss, Machtverhältnisse und Privilegien in den Bereichen Kunst, Kultur, Bildung und im öffentlichen Raum. Es wird von einer Kooperation aus Lehrenden, Forschenden und Studierenden der HSLU (Soziokulturelle Animation), der PH-FHNW und der ZHdK (Leading House)[1] getragen. Das Projekt verfolgt zwei Hauptanliegen: Mit partizipativ getragenen Interventionen öffnen wir soziokulturelle, künstlerische und schulische Räume, die dabei inhaltlich zu einer Neuaushandlung dieser beitragen und mit einem Workbook streben wir an, Multiplikationseffekte anzuregen. Die interdisziplinäre Anlage erlaubt es, Expertisen und Forschungserkenntnisse miteinander zu verknüpfen und mit und für das Projekt weiterzuentwickeln. Dabei möchten wir der intersektionellen Wirkungsweise von Ein- und Ausschlüssen im Kontext unserer postmigrantischen Gesellschaft möglichst gerecht werden: Machtverhältnisse in Bezug auf Ethnizität und Nationalität sind auch immer über die soziale Herkunft, den sozialen Status, die körperliche Verfassung, Geschlecht, Sexualität und Alter etc. hergestellt und verankert. Die enge Zusammenarbeit und Absprache mit zahlreichen Expert*innen als critical friends und die Kooperation mit Art of Intervention sind dabei zentral. Ausgangslage dazu ist, dass sich Studierende, Lehrende und Forschende mit sozialen Ein- und Ausschlussmechanismen auseinandersetzen und Initiativen entwickeln. Somit sind auch die Lehre, das Curriculum und letztlich die Studienstruktur ein zentraler Ort für die Entwicklung der zivilgesellschaftlichen Wirkung des Projektes. Im Anschluss erweitern und qualifizieren wir partizipative Interventionen interdisziplinär und realisieren sie ausserhalb des Curriculums mit und für die lokale Bevölkerung verschiedener Orte. In Kooperation mit Praxisorganisationen, zivilgesellschaftlichen Gruppen und mit Betroffenenorganisationen finden die Interventionen in den drei gesellschaftlichen Feldern «Öffentlicher Raum», «Bildung/Schule» und «Kunst/Kultur» statt.
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[1] Franco Bezzola (Institut für Soziokulturelle Entwicklung, Soziale Arbeit HSLU), Laura Hew (Forschung Art Education, ZHdK, Projektkoordination), Alina Schmuziger (Institut für Soziokulturelle Entwicklung, Soziale Arbeit HSLU), Sophie Vögele (Forschung Art Education, ZHdK, Projektleitung), Stefan Wegmüller (freischaffender Grafiker und Künstler), Sascha Willenbacher (Institut für Weiterbildung, PH-FHNW).