Ein Kommentar der Dossierleiterin
Es ist mir eine Freude, auf das erste Jahr meiner Verantwortung als Dossierleiterin Forschung zurückzublicken. Ich durfte erleben, wie die Geschäftsstelle und zahlreiche Akteur:innen weiter intensiv in den Ausbau professioneller Forschungsstrukturen an der ZHdK investieren.
Im Zentrum steht dabei das hochschulweite strategische Projekt «Zukünftige Forschungsorganisation», das verbindliche strukturelle und konzeptionelle Rahmenbedingungen erarbeitet. Insbesondere für die Zukunft unserer Forschungsinstitute, die Perspektive von Professor:innen und Doktorand:innen, die Verankerung des neuen PhD-Center und die Unterstützung der wachsenden Anzahl an kooperativen PhD-Programmen. Inzwischen gibt es sechs erfolgreich lancierte Programme an der ZHdK, davon werden vier von swissuniversities gefördert. Weiter wurden 2021 die Serviceleistungen im Bereich Open Science, Open Access, Forschungsdatenmanagement, Forschungskommunikation und Funding konsequent ausgebaut. Der Output des kleinen Teams der Geschäftsstelle war im Berichtsjahr aussergewöhnlich.
Um die Positionierung der Forschung in den Künsten in der Schweizer Förderlandschaft zu stärken, wurden in Zusammenarbeit mit der Dossierkommission eine Reihe von internen und externen Massnahmen beschlossen. Zudem hat Bea Böckem mit Kolleg:innen aus deutschsprachigen Kunst- und Musikhochschulen im Netzwerk Wissenschaftsmanagement einen Arbeitskreis initiiert, der - unter ihrem Vorsitz - unseren speziellen Hochschultyp besser sichtbar machen und das Profil schärfen soll.
Ein weiteres Thema, das die Forschung an der ZHdK beschäftigt, ist die Anbindung an Europa. Seitdem der Bundesrat die Verhandlungen über das Rahmenabkommen mit der Europäischen Union abgebrochen hat, ist die Schweiz bis auf Weiteres als nicht assoziierter Drittstaat positioniert. Die Schweizer Hochschulen können sich nicht mehr als vollwertige Partnerinnen an EU-Programmen wie Horizon Europe oder Erasmus+ beteiligen. Die künftige Vernetzung der Schweiz als Ort für Bildung, Forschung und Innovation steht damit vor Herausforderungen.
Umso wichtiger ist es für die ZHdK, andere internationale, nationale und lokale Kooperationen zu stärken. Hochschulübergreifend gewinnen Forschung und 3. Zyklus immer mehr an Bedeutung im Rahmen des Shared Campus, der Digitalisierungsinitiative der Zürcher Hochschulen (DIZH), dem Collegium Helveticum, der Research Units Immersive Arts Space und Zurich Center for Creative Economies (ZCCE), und nicht zuletzt im Kontext des Studienmodels Major-Minor: Die Forschungscommunity der ZHdK engagiert sich nachdrücklich für neue transversale Angebote, die allen Studierenden offen stehen und «reflective practitioners» verstärkt fördern werden.
Marijke Hoogenboom, Dossierleiterin Forschung, Februar 2022