Wir möchten eine Grundlagendiskussion initiieren zum Verhältnis von Philosophie, Ästhetik und Medialität und diese Diskussion in Bezug zu aktuellen Fragen digitaler Medien, des Wandels und der Bedeutung der techne der Künste setzen. Es geht um Fragen der Politisierung ebenso wie um technoökonomische, affektökonomische und gestalterische Fragestellungen, die künftig im Jahrbuch abgebildet werden sollen.
Das „Internationale Jahrbuch für Medienphilosophie“ widmet sich seit seinem Erscheinen 2015 grundlegenden Fragen des Entstehungszusammenhangs, der Deutungskraft und Reichweite von Medienbegriffen als genuin philosophischen Problemstellungen.
Ziel dabei war es, die ‚Medienblindheit‘ der akademischen Philosophie ebenso zu unterlaufen wie die ‚Philosophieblindheit‘ einer auf die Beschreibung und Analyse technischer, kommunikativer und massenmedialer Routinen wie digitaler Prozesslogiken verengten Medienwissenschaft.
Anlässlich einer geplanten Ansiedlung des Jahrbuchs am Forschungsschwerpunkt Ästhetik (bisher war das Jahrbuch angebunden an die Gesellschaft für Medienwissenschaft) plant die erweiterte Redaktion dessen Relaunch als Jahrbuch für Medienphilosophie und –ästhetik.
Zum Inhalt und Begriff der Medienästhetik, die neu im Jahrbuchstitel auftaucht, veranstalten wir den Workshop, in dem das Verhältnis von Medialität, Philosophie, Ästhetik sowie Gestaltung und Zeitdiagnose konzeptionell ins Zentrum rücken soll.
Interessierte Dozierende und Studierende der ZHdK sind herzlich eingeladen.
Um Anmeldung wird gebeten: Katrin Stowasser katrin.stowasser@zhdk.ch
Verantwortlich: Judith Siegmund (ZHdK), Dieter Mersch (ehem. ZHdK), Michael Mayer (Universität Konstanz)
Programm
6. Mai 1.Teil: Zum Verhältnis von Philosophie, Ästhetik und Medialität
12:30 Ankunft, Begrüßung
13:00 – 14:00 Dieter Mersch: Medienästhetik. Kleine typologische Skizze
14:00 – 15:00 Katerina Krtilova: Medienästhetik als “anderes Wissen“
15:00 – 16:00 Jörg Sternagel: Denken des Dazwischen, Poetik des Medialen
16:00 – 17:00 Natascha Adamowsky: ‘Die Welt der Farben’ - Überlegungen zu einer Ästhetik des Umgebens
17:00 – 18:00 Ulrike Ramming: Kann Medienästhetik einen Beitrag zu einer Ästhetik digitaler Kunstwerke leisten? Erkundungen in einem Spannungsfeld am Beispiel Neuer Musik.
Keynote
18:15 Emmanuel Alloa: Phänotechnik. Skizzen für eine mediale Ästhetik
7. Mai 2.Teil: Gegenwartsdiagnosen
10:00 – 11:00 Beate Ochsner: Ästhetik des Hörens: Noise und Noise-cancelling
11:00 – 12:00 Martin Beck: Zur Medienästhetik postdigitaler Kunst
13:00 – 14:00 Michael Mayer: Kritik der Medienästhetik? Anmerkung zu Kapital als Medium
14:00 – 15:00 Judith Siegmund: Zum Gap zwischen Screen-bzw. Soundgestaltung und rezeptionsästhetischer Theorie der Unentscheidbarkeit