Technische Innovation und Bildästhetik im Dokumentarfilm
Innovationsschübe in der Kameratechnik haben immer wieder unmittelbare Auswirkungen auf die filmische Bildästhetik. Im Forschungsprojekt 'Gadgets, Phones and Drones' werden unterschiedliche Bildwirkungen, die aus markanten technischen Neuerungen der jüngeren Filmgeschichte hervorgegangen sind, in anwendungsorientierten Vergleichsstudien systematisch untersucht.
In einer ersten Phase der Wandel der Bildästhetik mit einer vertieften Literaturrecherche und anhand von qualitativen Interviews mit international renommierten Kameraleuten, RegisseurInnen und weiteren ExpertInnen, die sich im Wandel der letzten zwanzig Jahre als richtungsweisende AkteurInnen und ExpertInnen erwiesen haben, aufgearbeitet und analysiert (Dauer: 6 Monate).
In einer zweiten Phase (Dauer: 8 Monate) werden die Veränderungen der Bildästhetik, die sich auf die Sensor- und Kameragrösse beziehen, einer praktischen Vergleichsstudie unterzogen. Zu diesem Zweck filmt das Forschungsteam die Proben eines Tanzstückes mit unterschiedlichen Kameramodellen.
In der dritten Phase (Dauer: 8 Monate) gilt eine weitere praktische Vergleichsstudie der Gegenüberstellung des anthropomorphen Einzelkamerablicks und der Multiperspektive vielseitig eingesetzter Aufnahmegeräte. Die letzte Phase des Projekts (6 Monate) ist den Publikationen und einer abschliessenden Fachtagung gewidmet.
Das Projekt „Gadgets, Phones and Drones“ ist auf mehrfache Weise relevant: Zum einen gibt es bisher keine systematische und praxisbasierte Untersuchung zum Wandel der Bildästhetik im Dokumentarfilm der letzten 20 Jahre. Weiter wird ein methodisch innovativer Ansatz gewählt, der praxisnahe Vergleichsmöglichkeiten eröffnet. Und schliesslich werden neue Erkenntnisse sowohl für die Film- und Medienwissenschaft, für die Dokumentarfilmbranche (Filmschaffende, Produzenten) und für die Lehre (Filmhochschulen) gewonnen, die für produktionsästhetische Entscheide von grosser Bedeutung sind.