Programm
Welches Wissen liegt dem Schulfach Bildnerisches Gestalten zugrunde? Was macht dieses Wissen aus? Und was umfasst es alles? Auf welchen Kanon stützt es sich ab und welche Lücken weist es auf?
Im Sinn einer kritischen pädagogischen Professionalisierung stellen sich solche Fragen bereits im Studium: Sowohl in der Ausbildung als auch in der schulischen Praxis ist von expliziten wie impliziten Vorstellungen dessen auszugehen, was eine angehende BG-Lehrperson können muss und was Inhalt des Unterrichts werden soll.
Dass diese Vorstellungen oftmals ungeklärt sind, zeigt sich, wenn Defizite beschrieben und Besitzstände gewahrt werden: heutige Absolvent*innen sollten sich in aktuellen Diskursen und Medien auskennen und mindestens so gut zeichnen können, wie die vorangehenden Generationen. Aber auch die Bedingungen von Digitalisierung, Nachhaltigkeit, Diversität und Migration stellen neue Ansprüche an das Fach.
Vielmehr als die Erwartungen stetig weiter wachsen zu lassen, ginge es jedoch darum, diese unterschiedlichen Wissensbestände stärker eingebettet in ihre jeweilige Zeit und deren Bedingungen zu begreifen. Eine solche Betrachtungsweise würde einerseits die Voraussetzung für ein kritische Würdigung des Bestehenden schaffen und andererseits aber auch eine Öffnung für dessen selbstbewusste Erweiterung zulassen.
In der Netzwerkwoche fragen wir exemplarisch nach konkreten Ausprägungen eines kunstpädagogischen Wissens heute und gehen dessen Bedingungen und Perspektiven nach: Expert*innen und Alumni stellen vor, wie sie aus einem Interesse an der Schnittstelle von Kunst und Lehre eine Expertise entwickelt haben, die für mögliche Erweiterungen des Fachs relevant sein kann. Zwischen Aneignung und Anwendung erproben die Studierenden diese Erweiterungen in den Workshops und formulieren eigene Antworten auf ihre Vorstellungen von BG-Unterricht.
Konzeption und Organisation: Michèle Novak, Anna Schürch und Margot Zanni