Die umfangreichen Interviews der beiden Forschungsprojekte Cinémémoire und Filmexperimente werden öffentlich zugänglich gemacht. Auf der von der ZHdK gehosteten Webseite sind die Interviewtranskripe mit den Interviews eng miteinander verbunden, so dass die User zwischen Text und Video hin- und her wechseln können.
Basierend auf vierzig individuellen Erinnerungen und Erfahrungen von Kinobetreibern, Beleuchtern, Kameramännern, einer Verleiherin, einem Verleiher, Cuttern, einem Drehbuchautoren, Regieassistenten, Regisseuren, Produzenten, einem Schauspieler, zwei Schauspielerinnen, einer Scriptfrau, Filmtechnikern, Auftragsfilmern, Amateurfilmern, Fernsehredakteuren, Filmjournalisten, einem Filmfunktionär, die Funktionen überschneiden sich mitunter, beleuchtet Cinémémoire.ch die alltägliche Berufspraxis in den Sechziger- und Siebzigerjahren.
Die Erinnerung führt ein unkontrollierbares Eigenleben, sie verzerrt, lässt aus, schönt oder verleiht Sinn. Darum schien es sinnvoll, gemeinsam erlebte Ereignisse oder Umstände von verschiedenen Zeitzeugen geschildert zu bekommen. Wichtig sind aber nicht nur Ereignisse, die Eingang in ein kollektives Gedächtnis fanden, sondern insbesondere das Alltägliche in der Erinnerung der Gesprächspartner. Die Quantität der Erinnerungen, der Vergleich der Aussagen untereinander und schriftliche Quellen sollen es erlauben, ein Gesamtbild zu skizzieren, das nicht nur durch subjektive Einzelperspektiven – und Interpretationen – dominiert, sondern durch Vielstimmigkeit geprägt ist. Cinémémoire.ch will also keine «Legenden» zerstören. Es will durch Erinnerungen und bisher wenig berücksichtigte Quellen ein differenziertes Bild des Filmschaffens der Sechziger- und Siebzigerjahre entwerfen.