In unserer Arbeit sind wir nicht mehr Nicola und Manuele, sondern Tristebacio. Seit 15 Jahren kennen wir uns schon, wir kommen beide aus der Nähe von Lugano und waren in derselben Graffiti-, Skateboard-, Undergroundszene unterwegs, bevor wir uns zusammentaten. Unser Künstlername hat etwas Nostalgisches an sich, denn er stammt von einem grossen Graffitischriftzug, den wir damals mit einem Freund gesprayt haben.
Schon vor unserem Fine-Arts-Studium haben wir zusammen als Tristebacio Kunst gemacht. Nun wollen wir unsere Arbeit auf ein höheres Level bringen und uns zu hundert Prozent darauf fokussieren. Die Infrastruktur, die Maschinen und Ateliers, die im Toni-Areal zur Verfügung stehen, sind ebenso hilfreich wie die Inputs der Dozierenden und Kommiliton:innen. Unsere Kunst ist viel durchdachter und tiefgründiger geworden. Zürich war für uns die nächstgelegene Kunsthochschule innerhalb der Schweiz. Wir mögen die Stadt, aber wenn wir könnten, würden wir das Toni-Areal an einen anderen Ort verfrachten - in den Süden, wo es keinen Winter gibt.
In unserer Arbeit ist uns der Bezug zu unserer Heimat wichtig. Wir hatten im vergangenen Jahr eine Ausstellung in Genua in Italien. Dort haben wir eine Installation mit dem Titel «Live Forever» gezeigt. Es war ein ortsspezifisches Projekt, das sich mit dem Thema Paranoia auseinandersetzte. Nun sind wir daran, ein Musikalbum aufzunehmen. Wir arbeiten dazu mit befreundeten Musiker:innen zusammen und nehmen selbst Raps auf. «Live Forever» wird der Albumtitel sein. Unser Ursprung, die Undergroundszene, ist in unserem Werk nicht offensichtlich, sondern spielt subtil rein. Uns ist wichtig, authentisch zu sein. Dass man sagt, was man fühlt und denkt. Dass man dafür einen Ausdruck findet und etwas erschafft, anstatt sich in den eigenen Gedanken zu verlieren. Wir wollen keine Kompromisse mehr eingehen, sondern unserem eigenen Weg folgen. Als Tristebacio sind wir aber stärker denn als Einzelpersonen. Wenn wir uns was in den Kopf setzen, eine Idee haben, dann ziehen wir das durch und stehen dazu.