- Wieso hast du dich für den Bachelor Fine Arts entschieden?
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Wegen der grossen Freiheit, die das Studium bietet. Wir können uns ganz auf unsere Projekte und unsere Praxis fokussieren. Ich musste mich anfangs nicht gleich auf ein Medium festlegen, sondern konnte erst einmal ausprobieren, was mir liegt.
- Hält das Studium, was du dir davon versprochen hast?
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Auf jeden Fall. Ich habe bereits eine grosse Entwicklung hinter mir. Ich arbeite vor allem an Installationen, Konzeptkunst und Readymades, also mit Alltagsobjekten, die ich als Kunst benenne. Ich habe mich darin absolut gefunden und bin sehr glücklich damit.
- Gibt es ein besonderes Projekt, an dem du gerade arbeitest?
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Ich plane gemeinsam mit Künstler:innen aus dem Departement eine Ausstellung zum Thema «Kunst und Heimumfeld». Das Haus, in dem ich aufgewachsen bin, wird abgerissen. Bevor das geschieht, möchte ich dort eine Ausstellung organisieren. Wir wollen die Schnittstellen zwischen Kunst und Zuhause zeigen, das Zuhause als Institution.
- Brauchen wir Kunst? Und wenn ja, warum?
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Definitiv. Kunst wird es immer geben, sie ist eine Art «Funktion», welche die Menschheit immer wieder erfüllen wird. Ich persönlich muss nicht Kunst machen, um mich auszudrücken. Aber sie ist ein Weg für mich, gewisse Themen zu kommunizieren.
- Was würdest du an der ZHdK und an Zürich ändern?
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Die ZHdK und Zürich könnten etwas offener und einladender sein. Es gibt gewisse Kunstkreise, was einerseits sehr schön ist, weil man immer wieder die gleichen Leute trifft. Andererseits bewegt man sich in einer Art «Bubble», was nicht sehr integrierend ist.
- Was gibt dir am meisten Energie?
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Ich trinke viel und gerne Kaffee. Meine künstlerische Energie und Inspiration schöpfe ich oft daraus, «hässig» über ein Thema zu sein. Das motiviert mich, auf Missstände hinzuweisen, von denen ich finde, dass wir über sie sprechen sollten. Meine Kunst beschäftigt sich immer mit gesellschaftspolitischen Themen, die mir wichtig sind.